Problemlösungen beim Lackieren

Problemlösungen beim Lackieren

Häufige Probleme bei der Autolackierung – und wie du sie löst

Auch bei sorgfältiger Arbeit kann mal etwas schiefgehen. Hier findest du Lösungen für die häufigsten Probleme bei der Autolackierung. Mit den richtigen Tipps und Produkten gelingt dir trotzdem ein perfektes Ergebnis!

🔧 Die häufigsten Lackierprobleme

🔸 Lack zieht auf / Lacknebel

Problem: Der Lack trocknet zu schnell und bildet eine raue, matte Oberfläche – auch bekannt als „Orangenhaut“.

Ursachen: Zu hohe Temperatur, zu großer Sprühabstand, zu wenig Lack aufgetragen

✓ Lösung: Bei 15-25°C lackieren, 20-25 cm Abstand, mehrere dünne Schichten (2-3 Kreuzgänge), 5-10 Min. zwischen Schichten ablüften

🔸 Lackläufer / Nasen

Problem: Der Lack läuft herunter und bildet unschöne „Nasen“ oder Tropfen.

Ursachen: Zu viel Lack auf einmal, zu geringer Abstand, zu langsame Bewegung

✓ Lösung: Lieber mehrere dünne Schichten, Abstand einhalten, zügig sprühen. Bei Läufern: trocknen lassen, P1500 schleifen, polieren

🔸 Blasenbildung im Lack

Problem: Nach dem Trocknen bilden sich kleine Blasen im Lack.

Ursachen: Feuchtigkeit, Silikon-/Fettrückstände, zu dicke Schichten, Sonneneinstrahlung

✓ Lösung: Mit Silikonentferner entfetten, auf trockenem Untergrund arbeiten, im Schatten lackieren, dünne Schichten

🔸 Lack blättert ab

Problem: Der Lack haftet nicht richtig und löst sich nach kurzer Zeit.

Ursachen: Keine/falsche Grundierung, nicht angeschliffen, Schmutz/Fett

✓ Lösung: Altlack anschleifen (P400-P600), Silikonentferner verwenden, passende Grundierung (bei Kunststoff: Haftvermittler)

🔸 Farbabweichung

Problem: Der neue Lack passt nicht genau zum Originallack.

Ursachen: Originallack ausgeblichen, falscher Lackcode, fehlender Klarlack bei Metallic

✓ Lösung: Lackcode prüfen, bei Abweichungen FIN senden, beilackieren, bei Metallic immer Klarlack verwenden!

🔸 Klarlack matt

Problem: Der Klarlack glänzt nicht richtig und sieht matt aus.

Ursachen: Klarlack zu dünn, Basislack noch feucht, hohe Luftfeuchtigkeit

✓ Lösung: Nach Trocknung mit P2000 nass schleifen, mit Polierpaste polieren. Ggf. nochmals Klarlack auftragen

📦 Empfohlene Produkte für Problemlösungen

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💡 Profi-Tipps zur Vermeidung von Problemen

Vorbereitung ist alles: Oberfläche gründlich reinigen und entfetten

Richtig schleifen: P400-P600 für gute Lackhaftung

Temperatur beachten: Ideal sind 15-25°C

Dünne Schichten: Lieber 3x dünn als 1x dick

Ablüften lassen: 5-10 Minuten zwischen den Schichten

Im Schatten arbeiten: Keine direkte Sonne!

📚 Häufige Fragen zur Lackierung

Häufige Fragen und Antworten rund um Lackierung, Lacksysteme und Verarbeitung

🔧 Lackierprobleme vermeiden

Wie kann ich Haftungsprobleme bei meiner Lackierung vermeiden?

Um Haftungsprobleme zu vermeiden, sollte die zu lackierende Fläche generell immer trocken, sauber und fettfrei sein. Bei problematischen Untergründen, wie zum Beispiel Kunststoffen und Styropor, sollte immer die entsprechende Grundierung verwendet werden.

Wie kann ich Läuferbildung vermeiden?

Läufer in der Lackierung können durch mehrere Ursachen entstehen:

  • Sprühabstand zum Objekt nie zu gering – immer 15-25 cm einhalten
  • Lack nicht zu dick auftragen – mehrere dünne Schichten im Kreuzgang sprühen
  • Ideale Verarbeitungstemperatur: 20-25°C
Wie beseitige ich den „Weißangelaufenen“ Lack?

Das „Weißanlaufen“ des Lackes entsteht, wenn bei zu hoher Luftfeuchtigkeit lackiert wurde. Der graue Schleier kann nach guter Durchtrocknung der Lackschicht herauspoliert werden. Die optimale Verarbeitungstemperatur liegt zwischen 20 und 25°C bei einer geringen Luftfeuchtigkeit.

Meine Lackierung blättert ab und weist Risse auf

Wird keine Grundierung bei der Lackierung von Kunststoffen verwendet, blättert der Lack nach erster Belastung ab – deshalb Kunststoff-Grundierung verwenden.

Risse entstehen bei falschem Lackaufbau. Richtig: Grundierung – Basislack – Klarlack. Für den kompletten Lackieraufbau immer eine Produktlinie desselben Herstellers verwenden.

Warum ist mein Lackierergebnis rauh und glänzt nicht?

Aufgrund eines zu großen Sprühabstandes verläuft der Lack nicht mehr – er trocknet bereits in der Luft („Sprühnebel“). Dies vermeiden durch konstanten Abstand von 15-25 cm. Nicht in praller Sonne lackieren und Staub vermeiden – an geschütztem Ort arbeiten.

Auf meiner Lackierung bilden sich Runzeln / mein Lack quillt auf

Das „Hochziehen“ des Lackes entsteht bei Kunstharzlacken (oxidativ trocknend). Nach ca. 6 Stunden sollte nicht mehr überlackiert werden, da durch erneute Zuführung von Lösungsmitteln die unteren Lackschichten aufquellen.

Meine Lackierung sieht wie eine „Orangenhaut“ aus

Entsteht durch zu großen Sprühabstand. Der bereits in der Luft angetrocknete „Sprühnebel“ setzt sich auf der Oberfläche ab und verläuft nicht mehr. Bei konstantem Lackierabstand von 15-25 cm und 20-25°C vermeiden.

Wie entstehen Farbtonabweichungen in meiner Lackierung?

Hierfür gibt es verschiedene Ursachen:

  • Dose mindestens 2 Min. aufschütteln (ab hörbarem Anschlag der Mischkugeln)
  • Bei schlechter Deckung scheint die Grundierung durch und verfälscht den Farbton
  • Bei Metallic-Lacken: Zu geringer Abstand = zu dunkel, zu großer Abstand = zu hell
Warum bleibt meine Lackierung klebrig und trocknet nicht aus?

Bei Temperaturen unter 20°C trocknet der Lack langsamer. Bei Silikonharz-Lack (hitzefest) muss dieser langsam erwärmt werden, damit er durchtrocknet.

🎨 Lacksysteme verstehen

Was ist ein 1-Schicht Lack?

Das sind alle Lacksysteme, bei denen keine Überlackierung mit Klarlack erforderlich ist.

Was ist ein 2-Schicht Lack?

Wird vermehrt in der Automobilindustrie bei Metallic-Farbtönen eingesetzt. Als farbgebende Komponente wird ein Basislack verwendet, der mit einem 2-Schicht Klarlack überlackiert werden muss. Ohne Klarlack sind diese Lacke matt und nicht wetterbeständig.

Was ist 1K?

(= 1 Komponente) Das sind alle Produkte, die ohne den Einsatz eines Härters verarbeitet werden.

Was ist 2K?

(= 2 Komponenten) Das sind alle Produkte, die durch Zugabe eines Härters aushärten. In der Spraydosen-Technologie: Lack und Härter sind in einer Dose vereint – der Härter wird per Knopfdruck freigesetzt. 2K-Systeme sind besonders robust und beständig gegen Kratzer und Witterungseinflüsse.

Oxidativ trocknender Lack

Aushärtung des Lackes unter Einfluss von Luftsauerstoff. Nach der Aushärtung ist kein Anlösen mit Lösemitteln mehr möglich.

Chemisch trocknender Lack (2K)

Die Trocknung erfolgt durch chemische Reaktion mit dem Härter. Diese Lacke sind besonders robust und witterungsbeständig.

Physikalisch trocknender Lack

Trocknung beruht auf Verdunstung der Lösemittel. Der Lack kann mit Lösemitteln wieder gelöst werden.

⏱️ Trockenzeiten & Pflege

Wieso ist die Zwischenablüftzeit für die Lackierung notwendig?

Zwischen jedem Lackauftrag muss eine Zwischenablüftzeit von ca. 5-10 Minuten erfolgen, damit keine Überbeschichtung erfolgt und sich keine Läufer bilden.

Was bedeutet grifffest / Wann ist der Lack grifffest?

Die oberste Lackschicht ist angetrocknet, die Oberfläche ist jedoch noch nicht belastbar – nach ca. 3-4 Stunden.

Wann ist eine Lackierung belastbar?

Wenn die Lackierung komplett durchgetrocknet ist – Trocknung über Nacht ist optimal, mindestens 12 Stunden. Erst dann ist die Oberfläche belastbar.

Benzin- und Chemikalienbeständigkeit

2K-Lacke weisen eine hohe Benzin- und Chemikalienbeständigkeit auf. 1K-Produkte sind meist witterungs- und UV-beständig, aber nur bedingt benzin- und chemikalienbeständig.

Tipp: Sollten Benzintropfen auf die Lackoberfläche gelangen, sofort mit saugfähigem Tuch abtupfen – auf keinen Fall verreiben!

📦 Lagerung & Entsorgung

Warum sprüht meine bereits gebrauchte Dose nicht mehr?

Das Ventil ist verstopft – es wurde nach dem letzten Gebrauch nicht leergesprüht. Wichtig: Nach jedem Gebrauch die Dose umdrehen und das Ventil leersprühen.

Wie sollte ich meine Dosen lagern?

Die optimale Lagerung von Lackspraydosen ist in kühlen, trockenen Räumen, jedoch nie über 50°C.

Wie/Wo entsorge ich meine leergesprühten Dosen?

Restentleerte Spraydosen werden über die Wertstoffsammlung (Gelbe Tonne, gelber Sack) recycelt. Dosen mit Restinhalt sind über den Sondermüll zu entsorgen.

Nicht mechanisch beanspruchen

Sollte trotz gründlichem Aufschütteln der Dose die Mischkugeln nicht zu hören sein, die Dose auf keinen Fall mechanisch beanspruchen (z.B. Aufschlagen). Stattdessen die Dose umdrehen und über Kopf gründlich aufschütteln.

❓ Noch Fragen?

Dein Problem ist nicht dabei? Kontaktiere uns – wir helfen dir gerne weiter!